Influenza

Grippe - Die Impfung

Bei der Influenzaimpfung gibt es noch mehr ungelöste Probleme, als bei anderen Impfstoffen - zum einen verändern sich die verantwortlichen Viren ständig und zum anderen ist die Beweislage für eine Wirksamkeit der Impfung mehr als dürftig..

 

Prinzipielle Probleme der Influenzaimpfung

  • Influenzaviren haben eine große antigenetische Variabilität, die die Entwicklung gezielter Impfstoffe deutlich erschwert.
  • Die WHO prognostiziert in jedem Jahr die antigenetischen Eigenschaften der mutmaßlich für die kommende Influenzasaison verantwortlichen Viren - auf dieser Grundlage entwickeln die Impfstoffhersteller die jeweiligen Impfstoffe.
  • Thomas Jefferson, der für die unabhängige Cochrane-Collaboration seit vielen Jahren Studien über Grippeimpfstoffe sammelt und bewertet kommentiert dieses Vorgehen mit den Worten: "Der optimistische und selbstsichere Ton bei der Vorhersage der Viruszirkulation und der Wirkung von inaktivierten Impfstoffen, die der tatsächlichen Beweislage nicht entsprechen, ist bemerkenswert. Die Ursachen sind wahrscheinlich komplex und wohl auf eine chaotische Mischung von Konflikten mit der Wahrheit und Interessenskonflikten zurückzuführen“ (Jefferson 2006).

 

Wirksamkeit der Impfung

  • Die wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit der Impfung fallen mehr als dürftig aus - in einer Literaturübersicht kommt das arznei-telegramm (at 2008, at 2004) zusammenfassend zu folgenden Aussagen:
    • Methodisch hochwertige Studien zu der Auswirkung der Impfung auf die Häufigkeit von Krankheitskomplikationen fehlen und die aus so genannten "Beobachtungsstudien" hergeleitete Nutzen könnte aufgrund zahlreicher Verzerrungen überschätzt sein.
    • Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter 65 Jahren ohne Vorerkrankungen ist eine Reduktion der "ohnehin seltenen Komplikationen" nicht belegt. Bei Erwachsenen läßt sich auch kein Einfluß auf die Anzahl der Krankheitstage mit Arbeitsunfähigkeit nachweisen, in dieser Gruppe schätzen die Autoren Komplikationen gar als "extrem selten" ein.

    • Bei Kindern lässt sich das Risiko einer Influenzaerkrankung zwar verringern, Studien über eine Verminderung von schweren Verläufen, Komplikationen oder gar Todesfällen liegen jedoch nicht vor.

  • Bei Patienten über 65 Jahren senkt die Influenzaimpfung das Komplikations- und Sterblichkeitsrisiko - aufgrund der schlechten Qualität der zugrunde liegenden Untersuchungen hält das arznei-telegramm "eine systematische Überschätzung des wahren Effektes [für] möglich". Neueste Übersichtsarbeiten finden nicht einmal einen Einfluss auf die Sterblichkeit dieser Altersgruppe (Rizzo 2006), auch die immer wieder behauptete Verminderung von grippeassoziierten Lungenentzündungen lässt sich bei sauberem methodischen Arbeiten nicht nachweisen (Jackson 2008).

  • Eine mögliche Ursache für das Überschätzen des Impfeffektes bei Älteren liegt nach akutellen Untersuchungen wohl im so genannten "healthy user effect" - demnach ließen sich vor allem relativ gesunde Senioren impfen, die von Krankheitskomplikationen ohnehin nicht bedroht seien (Eurich 2008)

  • „Wir wissen, dass in den USA der Anteil der Grippetodesfälle gleichbleibt, trotz der Tatsache, dass über die Jahre eine immer höhere Zahl von Menschen die Grippeimpfung erhalten haben.“  (Jefferson 2009)
  • Die vom Robert Koch Institut jedes Jahr auf's Neue errechnete Verringerung der grippebedingten Todesfälle durch die Impfung ist methodisch mehr als fragwürdig: das arznei-telegramm spricht von einer "absurden" Art der Berechnung und kommentiert diese Zahlen mit den Worten, das RKI scheue sich nicht "den Mittelwert aus Äpfeln und Birnen zu bilden und diesen als Rhabarber zu verkaufen" (at 2008). Dennoch dienen diese Zahlen als Entscheidungsgrundlage für die Grippe-Impfempfehlung...
  • Speziell bei Asthmapatienten finden sich Hinweise auf eine Verschlechterung der Lungenfunktion durch die Grippeschutzimpfung - Beweise für einen Nutzen der Impfung für diese Patientengruppe (besonders auch für asthmakranke Kinder) fehlen, entsprechende Studien können keinen diesbezüglichen Effekt der Impfung nachweisen.

  • „Es gibt keinen wie auch immer gearteten Beweis [no evidence whatsoever], dass Impfstoffe gegen die saisonale Influenza irgend einen Effekt haben, insbesondere bei Älteren und kleinen Kindern. Kein Beweis für verminderte [Krankheits-]Fälle, Todesfälle, Komplikationen.“(Jefferson 2009)

 

Nebenwirkungen der Impfung

Insgesamt ist die Sicherheit der Grippeschutzimpfung – gemessen an ihrer breiten Anwendung – auffallend schlecht untersucht. Jefferson beurteilt die meisten der existierenden Studien als methodologisch schlecht, sie umfassten meist nur geringe Teilnehmerzahlen und wiesen meist systematische methodische Fehler auf (Selektions-Bias) (Jefferson 2006).

  • Bei Kindern existierte nur eine einzige, ältere Untersuchung mit 35 (!) Teilnehmern.

  • Selbst für Senioren seien insgesamt nur 5 Studien veröffentlicht mit einer Laufzeit von jeweils maximal 7 Tagen und insgesamt 3000 Teilnehmern.

Angesichts dieser Situation verwundert es fast, dass trotzdem so viele und verschiedenartige UAWs im zeitlichen Zusammenhang mit der Influenzaimpfung aktenkundig sind:

  • In aktuellen Untersuchungen rücken zunehmend die autoimmunologischen UAWs der Impfung in den Vordergrund: so erhöht die Influenza-Impfung das Risiko, an autoimmunologischer Gefäßentzündung (Riesenzellarteritis) zu erkranken genauso wie dasjenige für rheumatoide Polymyalgie (Soriano 2012).
  • Das Gesamtrisiko, nach einer Grippeimpfung an einem sog. Guillain-Barré-Syndrom (GBS) zu erkranken ist im Vergleich zu einer dT-Impfung 4-fach, für eine schwere Verlaufsform des GBS sogar 8-fach erhöht (Geier 2003). Insgesamt ist das GBS eine der häufigsten schweren Komplikationen des Grippeimpfstoffes (Choe 2011).

  • Sogenanntes Oculorespiratorisches Syndrom (ORS), bestehend aus Augenrötung, Atembeschwerden oder Gesichtsschwellung verschiedener Dauer (De Serres 2003, Scheifele 2003, Skowronski 2003)

  • Verschlechterung der Lungenfunktion bei Asthmatikern (die sind aber eine erklärte Zielgruppe der Impfung!) (Nicholson 1998). Eine aktuelle Literaturübersicht kommt zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die pauschale Empfehlung der Grippeschutzimpfung für Asthmatiker einer wissenschaftlichen Grundlage entbehrt (Cates 2003).

  • Pneumonitis (Lungenentzündung) nach Grippeschutzimpfung (Johnston 1998) - gerade vor dieser Komplikation einer Grippe-Infektion soll die Impfung aber schützen. Auch eine "allergische Alveolitis", eine Entzündung der Lungenbläschen selbst ist als von der Impfung ausgelöst beschrieben (Heinrichs 2009).

  • Haemorrhagische Perikarditis (Herzbeutelentzündung) (Godreuil 2003)

  • Sogenannte „Leukozytoklastische Vaskulitis“, eine autoimmunologische Gefäßentzündung, die sich an der Haut und den Nieren manifestiert und vor allem ältere Impflinge betrifft – auch diese sind ja eine der erklärten Zielgruppen der Grippeschutzimpfung (Yanai-Berar 2002, Travadia 2003), Meningoencephalitis (Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten) (Blanco 1999)

  • Erblindung durch Schädigung des Sehnerven (Kawasaki 1998)

  • Sonstige neurologische Komplikationen wie Hirnentzündung (Enzephalitis) (Türkoglu 2009), Akute disseminierte Enzephalomyelitis (eine akute Verlaufsform der Multiplen Sklerose) (Shoamanesh 2011), chronische Multiple Sklerose oder Transverse Myelitis, eine mit Lähmungen einhergehende Entzündung des Rückenmarks (Nakamura 2003)

  • Immunologische Nierenentzündung (Glomerulonephritis) (Yanai-Berar 2002)

  • Immunologische Verminderung der Blutplättchen (Thrombocytopenie) (Tsuji 2009).
  • Verschlechterung vorbestehender Autoimmunerkrankungen wie z.B. des Lupus erythematodes (Ritterhouse 2011).

  • Diabetes mellitus Typ 1 (Insulinabhängige Form der Zuckerkrankheit) (Yasuda 2012).

 

Literatur:

a-t 2004; 35: 120-3

a-t 2008; 39: 101-2

Choe, YJ: Vaccine. 2011 Oct 13;29(44):7727-32.

Eurich, D.T. et al.: Am. J. Respir. Crit. Care Med. 2008; 178: 527-33

Heinrichs, D: Pneumologie. 2009 Sep;63(9):508-11. Epub 2009 Aug 25.

Jackson, M.L. et al.. Lancet 2008; 372: 398-405

Jefferson, T. BMJ 2006, 333;912-915

Jefferson T. Cochrane Database Systematic Review 23 April 2009

Ritterhouse LL. Arthritis Rheum. 2011 Dec;63(12):3931-41.

Shoamanesh A. Vaccine. 2011 Oct 26;29(46):8182-5.

Soriano A. Lupus. 2012 Feb;21(2):153-7.

Tsuji, T: Rinsho Ketsueki. 2009 Jul;50(7):577-9.

Türkoglu, R: Vaccine. 2009 Dec 9;27(52):7253-6. Epub 2009 Sep 11.

Yasuda, H. Diabet Med. 2012 Jan;29(1):88-9.

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